Lange habe ich mich gegen einen Rasenroboter gewehrt. Insbesondere, da sie in den Anfängen den Begrenzungsdraht benötigten und ein chaotisches Mähbild hinterließen. Dann stieß ich online auf den Hersteller Mammotion und seine „intelligenteren“ Roboter, die eben genau diese Nachteile nicht mehr hatten. GPS und Kamerasystem haben den Wunsch reifen lassen, diese neue Entwicklungsstufe selbst zu testen.
Zwei Jahre ist dies nun her. Ich habe also die erste Generation Luba Mini aus dem Jahr 2025. Zeit für ein Fazit.
Ausgangslage
Es ist schon einige Jahre her, dass ich das Projekt „Mein schöner Rasen“ angegangen bin. Dazu gehört, den Rasen regelmäßig zu schneiden. Und mit regelmäßig meine ich mindestens alle zwei bis drei Tage. Im Sommer auch öfter. Um die Nachbarn mit dem alten Benzinmäher nicht zu sehr zu quälen, kam recht schnell ein zusätzlicher Handspindelmäher in den Fuhrpark. Dieser bot zwei Vorteile: Geräuscharm und sehr sauberer Schnitt. Aber eben auch den Nachteil, dass hier 550qm ohne jegliche Unterstützung bearbeitet werden mussten. Im nächsten Schritt folgte dann der Swardman Electra. Manchmal hat man aber auch eben keine Zeit oder keine Lust und ein automatisierter Schnitt wäre eine erhebliche Entlastung.
Was für mich klar ausschied: Begrenzungsdraht bei der großen Fläche zu ziehen. Und diese chaotischen Mähstreifen, die die meisten bis dahin gängigen Roboter hinterließen. Und da kam Mammotion ins Spiel. RTK / GPS Navigation und damit völlig frei einstellbare Schnittbahnen. Auch die Optik war letztlich ausschlaggebend. Es war nicht dieser langweilige Einheitsbrei, auf den sich anscheinend alle anderen Hersteller geeinigt hatten. Mich erinnert der Luba Mini an einen kleinen Rennwagen. So ganz anders als alle anderen Mäher. Das gefiel mir.
Mein Garten ist nicht unbedingt anspruchsvoll. Ebenerdig, kaum Hindernisse, nur die große Blutbuche in der Mitte. Das Schnittbild war mir enorm wichtig. Würden die kleinen Rasierklingen wirklich sauber schneiden oder nur zerfranste Halme stehen lassen? Das war meine größte Sorge.
Bei der Recherche fand ich kaum echte Erfahrungsberichte, meist überwiegend nur die üblichen Marketingvideos von Rasenkanälen, die ganz offensichtlich gesponsert wurden oder einfach nur den kostenlosen Mäher abgreifen wollten. Daher hier an dieser Stelle vorab ganz klar: Ich habe diesen Mäher selbst für 1599 € direkt bei Mammotion bestellt. Plus die Garage für 199 €.
Einrichtung
Ich habe von Beginn an auf die Installation einer RTK Antenne verzichtet und auf NetRTK von Mammotion gesetzt. Hierzu nutzt der Luba Mini eine fest verbaute 4G SIM Karte, die die Korrekturdaten aus dem Internet zieht. Super praktisch und für kleines Geld zu abonnieren.
Karton auspacken, Kamerasystem aufschrauben und Akku laden. Das war es schon und ging flott von der Hand. Dann direkt in den Garten und einmal die Rasenkanten manuell abfahren. Geht auch automatisiert, aber mich erinnerte es etwas an die Kindheit. Mit dem Handy wird der Roboter ferngesteuert – wie damals beim RC Car. Dann noch eine NoGo Zone kreisförmig um die empfindlichen Rasenstellen an der Buche. Hier mähe ich lieber selbst, da der Rasen dort nur wenig Widerstand beim Mähen bietet und sehr schnell ausgerupft wird.
Ich empfand die App von Anfang an selbsterklärend. Auf automatisierte Zeitpläne verzichte ich bisher, ich starte jeden Job von Hand. Auch da ich Schnittwinkel und Schnitthöhe verändere. Meine 550 qm habe ich auf zwei Zonen aufgeteilt, sodass ich auch abends noch schnell einen Bereich für sich allein schneiden lassen kann. Das sind dann knapp 250 qm und schnell gemäht. Hier spielt das GPS eben auch seine Stärke aus. Der Luba Mini mäht jede Bahn einfach nacheinander weg. Nicht wie die Chaosmäher, die eine Woche benötigen, bis sie jede Stelle einmal durch Zufall getroffen haben.
3. Mähleistung & Schnittbild

Der erste automatische Schnitt war beeindruckend. Auch das Streifenbild hatte ich so gar nicht erwartet. Bei 3 cm Höhe hinterlässt der Luba Mini einen deutlich zu erkennenden Streifen, abhängig von dem eingestellten Abstand der Bahnen. Bei gründlichen Schnitten wähle ich diesen kleiner, was zu mehr Bahnen und längerer Arbeitszeit führt. Und möchte ich, dass er schnell fertig ist, wähle ich den Bahnenabstand größer und spare so etwas Zeit.
Der Luba Mini hat nur ein mittig platziertes Mähwerk. Daher fehlen beim Randschnitt theoretisch ein paar cm. Dies war mir von Anfang an bewusst, ist bei mir aber durch die rundherum vorhandenen Steine kein Problem. Ich lasse die äußerste Bahn so weit auf dem Stein fahren, dass er auch am Rand alles erwischt. Aber so ehrlich muss man natürlich sein. An der manuellen Nacharbeit mit dem Rasentrimmer führt kein Weg vorbei. Der Rasen wächst nunmal auch horizontal und diese Halme kann der Roboter einfach nicht erreichen. Zumal er auch keine Sogleistung wie ein Benziner hat. Aber das stört mich nicht. Diese Nacharbeit mache ich eh einmal die Woche. Mit einem Akkutrimmer ist das in knapp einer halben Stunde erledigt.
Der Empfang auf meinem Grundstück ist einwandfrei. Der Luba Mini greift automatisch auf das stärkste vorhandene Mobilfunknetz zu. Roaming ist hier das Stichwort. Es braucht also keinen eigenen Handyvertrag oder ähnliches. Mit der Navigation bin ich super zufrieden. Die Bahnen verlaufen wie mit dem Lineal gezogen. Hindernisse werden sehr gut erkannt. Nachbars Katzen, Rasensprenkler oder auch einen Fußball umfährt er sicher und ohne Berührung. Dabei kann er gleichzeitig sehr nah an den Grenzzaun heranfahren. Hier muss ich überhaupt nicht eingreifen.

Ich habe mich anfangs aus Neugier barfuß direkt in die Mählinie gestellt. Er ist mit ausreichend Abstand abgebogen und hinter mir wieder auf die passende Bahn eingebogen. Das klappt hervorragend. Die Katzen der Nachbarschaft haben sich schnell an ihn gewöhnt und schauen gerne – auf der Fläche liegend – bei der Arbeit zu. Im Bezug auf Tiere und Roboter habe ich in dieser Konstellation keinerlei Bedenken. Theoretisch könnte er mit Beleuchtung auch problemlos nachts arbeiten, zum Schutz von Igel & Co. verzichte ich hierauf und habe ihm ab eintretender Dunkelheit seine redlich verdiente Pause verordnet.
App & Software

Im ersten Jahr kamen regelmäßig Updates für Mäher und App und viele neue Funktionen hinzu. Irgendwann begannen aber auch in den Foren auf Facebook und Co. die ersten Frustrationen. Kein einfacher Job für den Hersteller alle Wünsche und je nach Garten auftretende Probleme zeitnah aufzugreifen. Ich muss klar sagen: Ich hatte von Beginn an überhaupt keinen Grund zu meckern. Es lief alles reibungslos. Ich habe einmal alles kartiert, dann die Einstellungen festgelegt und ab dem Zeitpunkt konnte ich von der Seitenlinie zusehen, wie der Rasen geschnitten wurde. Das war nicht bei allen Usern der Fall. Aber ich kann aus der Ferne nicht nachvollziehen, ob es hier an fehlerhafter Software, überzogenen Erwartungen oder teils auch einfach dem fehlenden Verständnis der User gelegen hat. Ich kann hier nur meine Erfahrungen niederschreiben.
Drei Beispiele für Änderungen: Der Roboter lädt während des Jobs nun nicht mehr pauschal bis 80%, sondern prüft, wie lange er noch für die restliche Arbeit benötigt und fährt dann bei entsprechender Reserve wieder direkt raus. Das ist ein Gamechanger für mich gewesen, da er so eben auch noch kurz vor der Dunkelheit fertig werden kann, statt sinnlos in der Ladestation zu verweilen. Aufladen kann er auch im Dunkeln.
Man kann alle Einstellungen wie Schnittwinkel etc. manuell einstellen, oder nun die Software den optimalen Ablauf berechnen lassen. Hierbei wählt sie den besten Schnittwinkel und die Reihenfolge der Schnittbahnen, um die Fläche in der kürzesten Zeit abzuarbeiten. In der Praxis mäht er bei mir also im perfekt geraden Winkel, lässt aber zunächst die kurzen Bahnen an der Buche aus und beginnt mit den äußeren, langen Bahnen. Die kurzen kommen dann ganz am Schluss. Im Ergebnis braucht er so deutlich weniger Zeit als bei der klassischen, manuellen Vorgabe. Ich wechsle hier aber immer wieder, um insbesondere die Richtung, in der er mäht zu verändern. Auch wenn es länger benötigt, wird der Rasen so nicht immer in die gleiche Richtung plattgedrückt.
Zusätzlich wurde noch im letzten Jahr die zu kartierende Fläche bei meinem Modell von 800 auf 1000 qm angehoben. Nice to have. Wobei ich nicht sicher bin, ob er diese Fläche wirklich an einem Tag schaffen kann. Wenn ich meine gesamte Fläche von 550 qm, also beide Zonen, an einem Tag programmiere, braucht er mit drei oder vier Ladepausen von morgens 9 Uhr bis abends 18 Uhr. Das muss man beim Kauf berücksichtigen. Ich mähe aber tatsächlich im Alltag immer nur eine Zone – täglich wechselnd.
Ein kleines witziges Gimmick: Über die App hat man Zugriff auf das Livebild der Kamera. Mit der LTE Verbindung auch ohne Bluetooth oder Wlan. Auch im Urlaub an jedem Ort der Welt.

Langzeit-Fazit
Je mehr neue Käufer hinzukamen, desto schwieriger wurde es teils, sich mit dem Netzwerk zu verbinden. Man konnte merken, dass die Server häufig überlastet waren. Insbesondere am Wochenende oder auch zu festen Tageszeiten wie morgens und abends. Dann war eine Fernsteuerung nicht mehr möglich. Ärgerlich, aber Mammotion hat reagiert und die Kapazitäten ausgebaut. Seitdem habe ich kaum noch Ausfälle bei der Verbindung zu verzeichnen.
Das Schnittbild ist makellos, wenn man auf die Schärfe der Klingen achtet. Nach gut drei Wochen werden diese stumpf. Effektiv wird aber nur ein Viertel der beidseitigen Klinge genutzt. Daher drehe ich diese bis zu dreimal, bevor ich sie ganz tauschen muss. Die Kosten für die Klingen sind daher recht überschaubar und für mich absolut akzeptabel.
In den zwei Jahren hatte ich nur ein einziges Mal einen Ausfall. Der Mäher blieb nur dieses eine Mal mit einer Fehlermeldung mitten auf der Fläche stehen. Hier hatte sich aber ein kleiner Ast der Buche im Rad verfangen und die Software hat den höheren Widerstand am Antrieb erkannt und gestoppt.
Der Standard-Akku der 800qm Version war mir etwas zu schwach auf der Brust. Daher habe ich ihn einfach gegen den größeren Akku getauscht. Dies ist bei meinem Modell in 5 Minuten erledigt gewesen und bringt nochmals 30-40 Minuten längere Mähzeit.
Was die Wartung betrifft, schenke ich dem Roboter die gleiche Aufmerksamkeit wie meinem Auto. Wenn ich dieses wasche, spritze ich auch den Roboter einmal mit dem Gartenschlauch ab. Der Hersteller gibt hier Garantie auf Wasserdichtigkeit, solange kein Hochdruckreiniger genutzt wird. Dann einmal mit einem sauberen Tuch trocken polieren und fertig. Also sehr pflegeleicht.
Im letzten Winter habe ich den Mäher im Haus eingelagert und auch die Ladestation samt Kabel eingemottet. Das ist bei Frost ratsam und werde ich auch diesen Winter wieder so händeln. Der Aufbau im Frühjahr ist mit überschaubarem Aufwand verbunden.
Etwas sehe ich durchaus kritisch, dies muss aber die Zeit noch zeigen. Ich selbst habe noch keinen Support benötigt. Ob und wie lange Ersatzteile verfügbar sein werden, ist mir nicht bekannt. Wie laufen Reparaturen ab? Wohin muss ich den Roboter dann schicken, wenn ich vor Ort keinen Händler / keine Anlaufstelle habe? Wie lange hält der Antriebsmotor langfristig? Was ist nach den drei Jahren Garantie? Diese Fragen habe ich mir schon vor dem Kauf gestellt, bin aber einfach optimistisch an die Sache herangegangen. Wenn es zu Problemen kommen sollte, werde ich berichten.
Modellauswahl
Mammotion bringt nahezu jedes Jahr ein neues Modell auf den Markt. Für kleinere Gärten den Mini in verschiedenen Ausführungen und den Luba mit Doppelmähwerk für größere Gärten. Wichtiges Kriterium ist immer die maximal zu kartierende Rasenfläche. Unterscheiden sich die Roboter der einzelnen Serien in der Hardware quasi gar nicht, werden sie softwareseitig auf die angegebene maximale Quadratmeterzahl limitiert.
Alternativ gibt es mittlerweile noch LIDAR Modelle, bei denen sogar die Kartierung entfällt. Auch extra seitlich angebrachte Mähwerke für den Randschnitt kamen kürzlich bei einigen Varianten mit hinzu.
Hier habe ich noch keine eigenen Erfahrungen. Ich hoffe, mein kleiner F1 Flitzer hält noch eine Weile. Aktuell habe ich keinen „Will haben“ Anreiz zu wechseln. Der Luba Mini 2025 macht, was er soll und was ich im Alltag brauche.
Fazit
Ich bin noch immer beeindruckt davon, welchen Stand der Technik wir im Jahre 2026 schon erreicht haben. Für mich hat sich die Anschaffung absolut rentiert. Der hohe Preis für ein solches Gerät steht natürlich auf einem gesonderten Blatt. Ich mache mir schon einige Sorgen hinsichtlich der Langlebigkeit und Nachhaltigkeit dieser Produkte. Das kann aber erst die Zeit zeigen. Auch lohnt sich ein Blick in die einschlägigen Hilfeforen bei Facebook. Nicht jeder Käufer hat hier die gleichen Erfahrungen wie ich gemacht. Gerade, wenn der Garten etwas anspruchsvoller gestaltet ist.
Wenn ich aber überlege, wie viel Zeit ich in den vergangenen zwei Jahren gewonnen habe und wie viel Spaß ich beim Einrichten und auch Zusehen hatte, ziehe ich für mich ein ganz klar positives Resümee.































