Wenn im Herbst die Tage kühler werden und die Lust auf wärmende Eintöpfe wächst, lohnt sich immer erst einmal der Blick in den Vorratskeller. Dort wartete bei uns noch ein großer Steintopf selbst fermentiertes Sauerkraut, das demnächst seinen zweiten Geburtstag feiert. Ich hätte niemals erwartet, dass es so lange halten würde. Es riecht einwandfrei, sieht gut aus und schmeckt auch noch wie vor einem Jahr. Ein paar Portionen haben wir noch. Also habe ich überlegt, welche Zutaten noch dazu passen würden. Und so entstand ein richtig guter Eintopf, der es verdient hat, hier verewigt zu werden.
Mealprep auf Westfälisch: Ein kräftiger Eintopf – kurze Kochzeit. Einmal schnippeln, alles ab in den großen Topf und nach einer Stunde steht ein Gericht auf dem Tisch, das satt macht und direkt für mehrere Tage vorrätig ist. Perfekt zum Portionieren und Einfrieren.
Zubereitung
- Mise en Place: Kasseler in kleine Würfel, Mettenden, Champignons und Möhren in Scheiben. Zwiebeln fein würfeln, Soloknoblauch pressen und Ingwer möglichst fein hacken. Kartoffeln schälen und mundgerecht würfeln.
- Etwas Butterschmalz in einem großen Topf erhitzen. Kasseler, Mettenden und Möhren anbraten, bis sie etwas Farbe annehmen.
- Champignons, Zwiebeln und Knoblauch dazugeben und einige Minuten mitdünsten.
- Die Kartoffelwürfel unterrühren.
- Das leicht ausgedrückte Sauerkraut dazugeben und alles vorsichtig durchmengen. Auch hier erst nochmal eine Weile lang alles erhitzen und regelmäßig umrühren, damit nichts anbrennt.
- Nun folgt die heiße (!) Gemüsebrühe und der erste Schwung Gewürze: Kümmel, Nelken, Ingwer, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter und Pfeffer hinzufügen. Noch kein Salz. Das kommt – wenn überhaupt – erst ganz zum Schluss.
- Den Eintopf abgedeckt bei niedriger Hitze 50-60 Minuten köcheln lassen, bis Kartoffeln und Möhren gar sind.
- Petersilie unterheben und nun nochmals alles abschmecken. Hier kann jetzt auch etwas Zucker als Ausgleich zur Säure und bei Bedarf Salz ergänzt werden. Aber die Hauptbestandteile (Sauerkraut, Mettenden und Kasseler) liefern schon jede Menge Salz von Haus aus. Also vorsichtig herantasten. Wer es zu sauer findet, kann mit einem halben Teelöffel (auf den gesamten Kochtopf gerechnet) Natron Abhilfe schaffen.
- Mit einer Scheibe getoastetem Sauerteigbrot und oder saurer Sahne / Schmand servieren.
Kasseler und Mettenden anbraten? Das ist eine leidige Diskussion. Ich sehe das in diesem Zusammenhang recht unkritisch. Wem es anders geht, gibt beides erst nach der Gemüsebrühe mit in den Topf. Jeder so, wie es ihm gefällt.




















