Pizza „Sei formaggi con uovo“ – Sechs Käse mit Ei

Es ist Freitag Abend und Du bekommst spontan Lust auf Pizza. Pizza bestellen scheidet aus. Hier bei uns ist einfach kein Lieferdienst (mehr) in der Lage, einen vernünftigen Teig anzubieten. Mag arrogant klingen, aber ich habe so viele ausprobiert und keiner hat mich zufrieden gestellt. Bei der Menge an Kalorien, die man mit einer Pizza zu sich nimmt, sollte sie wenigstens schmecken, oder? Sehr schnelle Teige, wie ich sie bei Brötchen durchaus mache, passen jedoch auch nicht zu Pizza. Hab ich probiert. Mache ich auch nicht mehr.

Kleiner, sentimentaler Ausflug in meine Jugend: Wir hatten die beste Pizzeria direkt hier im kleinen Örtchen. Keine 500m entfernt. Perfekter Teig, perfektes Knoblauchöl und jeder Wunsch wurde von den Lippen abgelesen. Meine Favoriten: Quattro Formaggi (Gorgonzola) oder Apollo (Salami Schinken mit Ei).

An jenem Freitagabend entschied ich also, die Gelüste auf Pizza um 24 Stunden zu verschieben und stattdessen mit Google Gemini zusammen ein neues Rezept zu entwickeln. Vorgabe war der Verzicht auf Sauerteig, Gare bei Raumtemperatur, eine schöne Bräune und ein fluffiger Rand – und das alles mit dem Haushaltsbackofen.

Das klingt zunächst simpel, aber wenn ich von fluffig spreche, dann meine ich, dass ich den Teig mit zwei Fingern locker zerreißen kann. Nicht, dass ich den Teig abbrechen muss, wie man es selbst von so manchem Restaurant kennt. Man drückt den Rand mit dem Finger ein und er federt danach in seine Ausgangslage zurück. Nach dem Backen wohlgemerkt. Das ist für mich fluffig.

Als Belag hab ich mich für eine Kombination entschieden – als kleine Hommage an die Jugend. Sei (sechs) Formaggi plus Ei. Das passte sehr gut.


Zutaten für 2 Teiglinge

Biga / Vorteig (Reifezeit 15 Stunden bei 18 bis 20 Grad) – zum Beispiel um Mitternacht ansetzen

  • 235 g backstarkes Mehl / zB Manitoba
  • 105 g Wasser
  • 1 g Frischhefe

Hauptteig (5 bis 6 Stunden vor dem Backen)

  • 115 g Pizzamehl Tipo 00
  • 120 g Wasser (möglichst kalt)
  • 11 g Salz (ich mag den Teig kräftig. Wer das nicht mag, sollte weniger nehmen)
  • 10 g Magermilchpulver (für die Farbe)
  • 5 g Zucker / Honig (für die Farbe)
  • 10 g Olivenöl (für eine bessere Konsistenz)

Käse – hier kann man dem Grunde nach nehmen, was man mag. Bei mir waren es:

  • Fior di latte / Mozzarella
  • Gorgonzola
  • Pecorino Pistazie
  • Grana Padano
  • Cheddar
  • Drautaler

Nehmt auf keinen Fall fertig geriebenen Tütenkäse. Den wollt Ihr nicht auf Eurer Pizza haben. Wie hat mal jemand gesagt: Das sind die zusammengefegten Abfälle vom Fußboden. Und diese Tüten enthalten Trennmittel, die man nicht braucht.


Anleitung

  1. BIGA ansetzen (zB um Mitternacht): Hefe in Wasser auflösen, Mehl dazugeben, Deckel drauf und kräftig schütteln. BIGA ist keine Teigkugel, sondern einfach nur lose Teigfetzen.
  2. Hauptteig kneten (zB um 15:00 Uhr): Biga in Stücke zupfen und etwas im Wasser einweichen lassen. Mit Mehl, Milchpulver und Honig verkneten. Sobald gebunden, Salz und zum Schluss Öl einarbeiten, bis der Teig glatt ist.
  3. Stockgare (15:30 Uhr): 60 Minuten abgedeckt bei Raumtemperatur ruhen lassen.
  4. Portionieren (16:30 Uhr): Halbieren und zwei Ballen mit Spannung formen (schleifen).
  5. Stückgare (16:30 – 20:00 Uhr): In geschlossener Box bei Raumtemperatur entspannen lassen.
  6. Backen (20:00 Uhr): Backstahl 1 Stunde auf Maximum (250 Grad Umluft) vorheizen. Kurz vor dem Einschießen Ober-/Unterhitze + Grill-Funktion aktivieren. Pizza ca. 5 Minuten sehr nah unter den Heizstäben backen. Das Ei ist in dieser Zeit auch perfekt gegart.

Schon gesehen?

Du kannst die Bilder der Galerie vergrößern. 

BIGA

235 g backstarkes Mehl / zB Manitoba

105 g Wasser

1 g Hefe

Hauptteig

115 g Pizzamehl Tipo 00

120 g Wasser kalt

11 g Salz

10 g Magermilchpulver

5 g Zucker / Honig

10 g Olivenöl

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