Nach dem Erfolg der Miracoli 2.0 suche ich derzeit nach weiteren Jugenderinnerungen, die man wieder aufleben lassen könnte. Da fiel mir Pizza Hut ein, wo ich ewig nicht gewesen bin. Es ist nicht meine favorisierte Art von Pizza, aber ab und zu war das früher schon nett. Ein Besuch war irgendwie immer etwas besonderes, auch weil wir bei uns in der Nähe keine Filiale hatten.
Wie habe ich sie in Erinnerung? Ein knuspriger Biss, aber dann sehr wattig / fluffig. Tomatig, aber keine pure Tomate, sondern mit verschiedenen Gewürzen und dabei recht süß, wie man es häufig von amerikanischen Spezialitäten kennt. Der Teig etwas dicker als die klassische Pizza, aber auch kein Kuchen wie Chicago Deep Dish. Und ein sehr zähfließender Käse.
Und dann dieses Lächeln, wenn man das erste Dreieck von der Pfanne auf seinen Teller zieht und der Käse laaaange Fäden zieht.
Pan Pizza – Auf der Suche nach dem authentischen Pizza Hut Style
Die klassische Pan Pizza zeichnet sich durch zwei Merkmale aus: eben diesen etwas dickeren, aber extrem luftigen Teig.
Und den fast schon frittierten, goldbraunen Boden. Der Teig schwimmt förmlich in neutralem Öl, wird aber dabei nicht fettig/latschig, sondern bekommt diesen besonderen Crunch. Doch wie kommt es eigentlich dazu?
Das Öl in der Pfanne dient als Hitzetransfer. Da Teig ein schlechter Wärmeleiter ist, sorgt das Öl dafür, dass die enorme Hitze des Backstahls sofort und gleichmäßig an den Boden abgegeben wird. Das Öl zieht nicht in den Teig ein (solange der Ofen heiß genug ist), sondern es bildet sich sofort eine knusprige Barriere. Das Ergebnis ist ein Boden, der außen kross und goldbraun ist, fast wie ein frisches Reibekuchen-Aroma, aber innen watteweich bleibt.
Anders als Pizza Hut setze ich hier auf eine lange Teigreife von 48 Stunden. So bleibt diese Mahlzeit sehr bekömmlich – und das trotz des etwas fettigeren Boden. Das Magermilchpulver unterstützt die wattige Krume im Inneren. Ich nutze es häufig für die Herstellung für Speiseeis, daher habe ich es grundsätzlich immer in meiner Speisekammer. Der Zucker unterstützt die Bräune, ist aber auch für die lange Teigreife förderlich. Wer es weniger süß mag, sollte eher die Süße bei der Soße verringern, aber nicht beim Teig sparen.
Wie wird es gemacht?
- Teigvorbereitung: Hefe und Zucker im lauwarmen Wasser auflösen. Die Mehlsorten mit dem Magermilchpulver, Salz und Öl mischen und zusammen mit dem Hefewasser etwa 10 Minuten lang zu einem glatten Teig kneten. Den Teig 30 Minuten bei Zimmertemperatur anspringen lassen und anschließend für 44 Stunden luftdicht verschlossen im Kühlschrank lagern.
- Vorbereitung am Backtag: Den kalten Teig aus dem Kühlschrank nehmen und in drei Portionen zu je ca. 300 g teilen. Die 28er Pfannen (idealerweise Blaublech) großzügig mit neutralem Öl füllen (ca. 30 ml pro Pfanne). Die Teigkugeln mittig in die Pfannen setzen und flach drücken. Sollte der Teig zurückspringen, 15 Minuten warten und dann bis zum Rand ausbreiten. Es wird kein Rand hochgezogen. Einfach gleichmäßig dick ausbreiten. Der Teigling schwimmt regelrecht in Öl, aber keine Sorge.
- Stückgare: Den Teig in den Pfannen (gut abgedeckt) für etwa 3 bis 4 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen, bis er deutlich aufgegangen und luftig ist.
- Saucenzubereitung: Die Tomatenpolpa mit den trockenen Gewürzen, Salz, Zucker und einer kleinem Spritzer Zitrone verrühren. Grob anmixen, aber nicht aufkochen. Die Sauce mindestens eine Stunde ziehen lassen, damit sich die Aromen der Kräuter entfalten können.
- Backen: Den Ofen inklusive Backstahl auf einer der unteren Schienen für mindestens 45 Minuten auf 230 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Pizza vorsichtig belegen: Zuerst die Sauce – 1,5 cm vom Rand frei lassen, dann die Käsemischung bis direkt an den Pfannenrand streuen. Den Parmesan vorzugsweise auf den Rand. Dann der gewünschte Belag. Die Pfanne direkt auf den heißen Stahl stellen.
- Fertigstellung: ca. 10–12 Minuten backen, bis der Käserand dunkelgold und knusprig ist. Die Pizza sofort aus der Pfanne gleiten lassen und auf einem Gitter kurz abkühlen lassen, damit der Boden durch den Dampf nicht weich wird.
Fazit: Stell es dir wie bei einem sehr guten, in Butter ausgebackenen Schnitzel oder einer Focaccia vor: Die Oberfläche ist ölig-knusprig, aber der Kern ist trocken, luftig und weich. Das Manitoba-Mehl hilft hier extrem, da es eine starke Struktur hat, die dem Druck standhält.
Das ist der absolut authentische Pizza Hut Signature-Geschmack.
