Gourmet Mohnstriezel

Frisch gequetschter Graumohn, Piemonter Haselnüsse, Marzipan und ein süßer Hefeteig. Beste Zutaten für österreichischen Flair in unserer ostwestfälischen Küche. Ich persönlich liebe ja Mohn. In allen Varianten. Kuchen reizt mich nicht sonderlich, aber einem Mohnstriezel kann ich nur schwer ausweichen. Nur selbst gebacken habe ich ihn noch nie. Zeit, das zu ändern. Ich wollte keine Hefebombe, daher habe ich verschiedene Rezepte zusammen kombiniert und auf eine etwas längere Gare gesetzt.

Statt dem abgepackten Backmohn vom Doktor aus Bielefeld setze ich lieber auf frisch gequetschen Mohn. Es war nicht so einfach, den Graumohn aufzutreiben, aber zum Glück war ich am Ende erfolgreich. Das Aroma ist einfach nicht mit Blaumohn zu vergleichen.

Von Anfang an war klar: „Das wird gut!“

Das Ganze ist kein schneller „Husch-Husch-Kuchen“. Es ist ein Projekt für einen entspannten Nachmittag. Wenn der Duft von Mohn, Marzipan und den gerösteten Piemont-Haselnüssen durchs Haus zieht, weißt du einfach, dass sich das Warten lohnt. Der Clou ist die Optik: Wir schneiden das Teil auf eine ganz spezielle Art auf, damit jeder sofort sieht, was für eine gewaltige Füllung da drinsteckt. Das ist Soulfood pur, mächtig und ehrlich – eben echtes Österreich-Feeling für zu Hause.

Anleitung

  1. Der Teig: Zuerst löst du die frische Hefe in der Milch auf. Dann wandert das Ganze mit Mehl, Zucker, der weichen Butter, dem Ei und einer Prise Salz in die Küchenmaschine. Lass sie gute 10 Minuten arbeiten, bis der Teig richtig geschmeidig ist. Jetzt kommt der Teil, der Geduld erfordert: Deck ihn ab und gönn ihm gute 2 bis 2,5 Stunden an einem warmen Ort. Er muss richtig schön aufgehen.
  2. Die Füllung vorbereiten: Während der Teig vor sich hin schlummert, kümmern wir uns um das Herzstück. Koch die Milch mit Zucker, Zimt, einer Prise Salz und dem Marzipan auf. Dann rührst du den frisch gequetschten Graumohn und die geriebenen Piemont-Nüsse unter. Das Ganze muss jetzt komplett abkühlen – das ist wichtig für den nächsten Schritt.
  3. Streusel: Kalte Butter mit Mehl und Gewürzzucker verkrümeln und bis zur Verwendung kühl lagern. Das Ankerkraut Gewürz passt super, kann aber auch einfach durch Zucker ersetzt werden. Etwas Vanille würde sicher auch passen.
  4. Der Eiweiß-Trick: Warum das Eiweiß? Das ist der absolute Gamechanger. Erst wenn die Mohnmasse kalt ist, rührst du das Eiweiß unter. Es sorgt dafür, dass die Füllung im Ofen nicht einfach davonläuft oder trocken wird. Es bindet die Masse und hält sie im Kern extrem saftig, fast wie ein Soufflé, ohne den Teig zu beschweren.
  5. Das Formen – Jetzt wird’s kunstvoll: Roll den Teig rechteckig aus und verstreich die Mohn-Nuss-Masse darauf. Dabei lässt Du die Ränder frei. Roll das Ganze von der langen Seite her fest auf. Jetzt nimmst du ein scharfes Messer und schneidest die Rolle der Länge nach in der Mitte durch. Aber Achtung: Lass am oberen Ende etwa 5 cm stehen, damit die Rolle noch zusammengehalten wird.
  6. Der russische Zopf: Jetzt verzwirbelst du die beiden Stränge miteinander. Der Trick dabei: Achte darauf, dass die offenen Schnittflächen mit der dunklen Füllung immer nach oben zeigen. So entsteht dieser wilde, rustikale Look, bei dem der Mohn richtig zur Geltung kommt.
  7. Stückgare: So lässt Du den Zopf 30 Minuten entspannen.
  8. Backen mit Geduld: Bestreich den Striezel mit Eigelb und verteil die Streusel darüber. Ab in den Ofen bei 180°C Ober-/Unterhitze. Er braucht seine Zeit – wir geben ihm volle 45 Minuten. Wenn er dir nach einer halben Stunde oben zu dunkel wird (der Ankerkraut-Zucker karamellisiert fix), deck ihn einfach locker mit Alufolie oder Backpapier ab.
  9. Das Finale: Rühr aus dem gesiebten Puderzucker und dem Zitronensaft eine zähflüssige Glasur an. Etwa 15 Minuten nachdem du den Striezel aus dem Ofen geholt hast, kannst Du diese Glasur langsam vom Löffel fließen lassen. Das gibt diesen genialen Glanz und die feine Säure.

Servieren:

Wenn Du den Striezel servierst, während er noch ganz leicht warm ist und die Zitronenglasur auf der Zunge prickelt, weißt Du genau, wovon ich rede. Auch Einfrieren ist kein Problem. Nach dem Auftauen dann kurz für 10-20 Sek. in der Mikrowelle anwärmen.

Schon gesehen?

Du kannst die Bilder der Galerie vergrößern. 

Hefeteig

500 g Mehl (405 oder 550)

10 g frische Hefe

230 ml Milch

80 g Zucker

80 g Butter (weich)

1 Ei

1 Prise Salz

Füllung

175 g Graumohn (frisch gequetscht)

70 g Piemont-Haselnüsse (gerieben)

75 g Zucker

80 g Marzipan

150 ml Milch (evtl etwas mehr)

1 Eiweiß

½ TL Zimt

1 Prise Salz

 

Topping

Streusel

50 g Mehl

30 g Butter (kalt)

30 g Ankerkraut Fruit & Dessert Gewürzzucker

Glasur

100 g Puderzucker

Frischer Zitronensaft

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